MEKA ist in Karlsruhe!

Was wie eine religiöse Pilgerstätte anmutet, steht für das MEeting in KArlsruhe. Zum vierten Mal bereits fand diese Veranstaltung in Karlsruhe statt, zum dritten Mal an der Fachhochschule.

Unter der Schirmherrschaft von Professor Herbstreith trafen sich ungefähr 100 Programmierer vom 10. bis 12. Januar 1997 im Rahmen von MEKA 4. Im dritten Stock des Gebäudes E wurden Freitags eifrig Computer von weither angeschleppt, vernetzt und bis Sonntag in aller Tiefe gemeinsam ergründet.

Organisiert wurde die Veranstaltung von einigen Studenten der FH und der Uni, eingeladen waren vor allem jene Personen, die sich durch die Entwicklung bekannter und unbekannter Hard- und Software auszeichneten, die schon oft bei ähnlichen Treffen dabei waren, oder die durch Kommunikation im Internet Zugang zu jenem illustren Kreise gefunden hatten.

Unter den mitgebrachten Computersystemen fanden sich viele PCs, die vornehmlich unter NetBSD, NeXTstep oder Linux liefen, eine Menge Amigas und derer Kompatible, ebenfalls unter NetBSD, Linux oder AmigaOS, wenige HP 9000 Workstations älterer Bauart, sowie eine VAX und ein Apple PowerMac, und erstmalig vier BeBoxen.

Die BeBoxen stellten besonders interessante Exponate dar, eine der wenigen existierenden 2x133 MHz PPC 603e Varianten war ebenso in Karlsruhe, wie MkLinux mit X11R6 für Be. Als neue Portierungen und Entwicklungen waren UAE, Basilisk, Frodo und ein neuer IRC-Client zu bestaunen. Auch war, gerade erst erschienen, BeOS für PowerMac vorhanden.

Gegenüber den letzten Treffen hatte sich vor allem die Netzwerk-Infrastruktur stark verbessert. Durch die Leihgabe einiger 36-Port Twisted-Pair Hubs vom HaDiKo, konnten einige Kabellängenprobleme ausgeräumt werden, die bei früheren Veranstaltungen für Furore gesorgt hatten. Dennoch fand fast ein Kilometer Netzwerkverkabelung Verwendung und sorgte für einen Verkehr von ca. 25 Gigabytes über den installierten Router zum Internet. Mittlerweile hat sich das Team der Teilnehmer und Veranstalter eine gewisse Routine im Aufbau des Netzwerks angeübt, was sich vor allem darin zeigte, daß in fünf Stunden erfolgreich 150 Rechner von sieben verschiedenen Plattformtypen mit fünf Typen Netzwerkhardware verbunden wurden, auf denen dann mindestens 18 Netzwerkserverdienste angeboten wurden.

Weitere bemerkenswerte Details waren drei aktive Webcams, der selten anzutreffende Sourcecode von AmigaOS 3.1 und diverse Jonglierübungen. Die Einräder waren leider diesmal daheim geblieben, was wohl mit den Witterungsverhältnissen zu begründen ist.

Die Gäste waren auf fünf Klassenzimmer verteilt, denen bunte Namen gegeben worden waren. Ein Sechstes wurde zum Heimkino umfunktioniert und versorgte die Anwesenden mit Entspannung in Form von diversen Science-Fiction-Serien und aktuellen Spielfilmen über Videoprojektion und mit Surround-Sound.

Unter den Anwesenden waren viele Mitglieder der DeBUG (Deutsche Be UserGruppe) sowie NetBSD Developer, die auch ein offizielles Treffen abhielten und zukünftige Entwicklungen besprachen.

Einige Superlative zeigten sich dieses Jahr. Der Frauenanteil betrug fünf Prozent, er war damit ein wenig höher als bisher. Die längste Zeit ohne Schlaf betrug 61 Stunden und die weiteste Anreise hatte ein Teilnehmer aus Tampere in Finnland.

Wie jedes Jahr, war Joeys Pizzaservice vorbereitet auf die Invasion und versorgte die Gruppe mit Nahrung, die angenehm über das Internet bestellt wurde. Darüber hinaus gab es von den Organisatoren Frühstück, Getränke lieferte der FH-Hauslieferant.

Neben den mit Hardware angereisten geladenen Gästen gab es auch einige Besucher aus der Fachhochschule und dem Raum Karlsruhe, die die kommunikativen Aspekte des Meetings zu schätzen wußten.

Der Dank der Veranstalter geht neben Professor Herbstreith, der bereitwillig viel Verantwortung übernommen hat, an die Verwaltung, die uns gewähren ließ und sich angenehm unbürokratisch zeigte, die Putzfrauen, die dafür sorgten, daß wir nach erfolgreicher Kabelverlegung nicht wie Bergarbeiter aussahen, den Hausmeister, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand und das Rechenzentrum, das es uns ermöglichte, in Kommunikation zu schwelgen.

Alljährlich veranstaltet, wird MEKA 5 1998 wohl in ähnlicher Form am ersten Wochenende nach der vorlesungsfreien Weihnachtszeit stattfinden, was angesichts des positiven Professorenechos vielleicht noch mehr Interesse in der Fachhochschule hervorrufen sollte.

Artikel erschienen in FH Magazin 33

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Georg 'Gio' Magschok, 970908